Sabine, Stefan, David und Rebekka Lang
Sabine, Stefan, David und Rebekka Lang
... yet another family homepage

Computergeschichten

- Stefans persönliche Seite -

Schul-Jahre

Meine eigene Computergeschichte beginnt irgendwann Anfang 1983. Ich war damals im achten Schuljahr an der Gesamtschule Ehringshausen (GSE). Für das nächste Schuljahr stand die Entscheidung an, welches Fach ich im Wahlpflichtbereich II wählen sollte. Sprachen waren nicht mein Ding, dafür aber Mathematik und Physik. Und dann gab es da dieses Fach "EDV" - damals noch eine Seltenheit. Die GSE war - wenn ich mich recht entsinne - die zweite Schule in Hessen, die EDV als Schulfach angeboten hat.

Etwa zur gleichen Zeit besuchte ich mit meinen Eltern entfernte Verwandte. Was mich daran besonders faszinierte: die hatten einen Computer. Nicht so eine mindestens schrankgroße Maschine, wie ich sie aus Büchern kannte. Ich war fast enttäuscht, als ich das Gerät dann sah: einen ZX81. Aber man konnte damit wunderbare Dinge anfangen. Mein Entschluss stand fest.

Nach den Sommerferien ging es dann los. Insgesamt acht Schüler/innen (davon sechs weibliche, man bedenke!) hatten das exotische Fach gewählt. Im EDV-Raum stand etwas, das schon mehr Ähnlichkeit mit meiner Vorstellung von Computern hatte: Ein S100-Bus-System mit Z80-Prozessor, 64 KB RAM und zwei 8-Zoll-Diskettenlaufwerken. Das System hatte drei Terminals, an denen in einer Variante von Microsoft Basic programmiert werden konnte. Wer tiefere Weihen erlangt hatte, wusste sogar, wie man auf der Maschine CP/M bzw. MP/M, den Vorläufer von MS-DOS, starten konnte. Der Rechner befand sich wie damals üblich in einem massiven roten Stahlblechgehäuse in der Größe von zwei bis drei heutigen Desktop PCs.

Etwas abseits fand sich dann noch ein kleinerer Computer, von dem sich schnell herausstellte, dass er eigentlich zu wesentlich mehr fähig war als die S100-Maschine: ein Apple IIe, komplett mit Diskettenlaufwerk (5 1/4 Zoll - das neueste vom Neuen), Bildschirm, Z80-/80-Zeichen-Karte und später auch einem Epson FX-80 9-Nadel-Drucker.

GSE - Apple IIe (klicken zum Vergr&aouml;ßern)
Der Apple IIe in der GSE (Bild: Andreas Henrich)

Erstmal musste jedoch Basic gelernt werden. Angesichts der Tatsache, dass wir unsere Programme nicht speichern konnten (der Besitz von Disketten war ein Privileg), war das etwas mühselig. Alle Programme wurden als Listings auf Papier geschrieben und anschließend in die Maschine gehackt. Dazu stand uns neben dem Unterricht genau eine Stunde pro Woche zu, in der wir nachmittags an die Rechner durften.

Ein seltsamer Umstand wollte es, dass ich im Herbst dieses Jahres zwei Wochen lang das Bett hüten musste. Danach hatte ich das Lehrbuch ("Schüler programmieren in Basic"), das eigentlich für mindestens ein Schuljahr reichen sollte, durchgearbeitet ;-).

Schnell war ich dann auch im Besitz eines universellen Erlaubnisscheins, mit dem ich jederzeit den Computerraum betreten durfte. Der Hausmeister, der für das Aufschließen zuständig war, wurde bald ein guter Freund.

Wenig später, es muss im November 1983 gewesen sein, veranstaltete die GSE an einem Samstag eine kleine Computermesse. Natürlich wurde mein Vater dorthin mitgeschleift, denn langsam reifte der Entschluss, einen eigenen Computer anzuschaffen. Tolle Geräte waren dort zu sehen, alles was damals Rang und Namen hatte. Fachhändler von Apple, HP (mit einem der ersten Tintenstrahldrucker), Commodore und IBM priesen ihre Geräte und Systemlösungen an. Die meisten Systeme waren natürlich viel zu teuer für ein Schülerbudget. Im Grunde hatte man die Wahl zwischen dem Sinclair ZX81 mit seiner Folientastatur und dem Commodore VC-20, der immerhin eine "richtige" Tastatur und 3,5 KB RAM besaß. Und dann war da noch das große Modell von Commodore, der 64, der seinen Namen von seinen riesigen 64 KB RAM hatte. An diesem Tag hörte ich am Stand des Commodore-Händlers zum ersten Mal den Satz, der sich mir bis heute eingeprägt hat: "Diese Kapazität kann man eigentlich gar nicht voll ausnutzen." Nach der Messe begannen Vater und Sohn gemeinsam, Zeitschriften und Prospekte zu wälzen.

... wird fortgesetzt ...
© Copyright 2002-2007 Stefan Lang | Kontakt + Impressum | letzte Revision: 24.03.2007